Jung, motiviert und ungeduldig: Unterwegs mit Johanna im Marburger „Alten Botanischen Garten“

Dass sie mir sofort mit „Hallo, ich bin Johanna“ entgegenspringt, wundert da nicht. Siezen wäre bei Johanna sowieso seltsam gewesen. Von ihrer Lebensfreude, die übersprudelt, nachdem während des Shootings ein paar Minuten vergangen sind, pflanzt sie sich in den Eingangsbereich eines Gebäudes im „Alten botanischen Garten“ nahe der Universitätsbibliothek Marburg, wo sie gerade mit ihren Freundinnen unterwegs ist, und erzählt eine lustige Anekdote.

Johanna, Studentin aus Marburg

Man kennt dich als fröhliche Johanna, die online viel von sich teilt. In der letzten Zeit hast du dich aber rausgezogen und eher selten zurückgemeldet. Was ist los?

Ich brauche Zeit ohne das Insta-Game. Ich habe einfach gemerkt, dass, wenn ich konzentriert und kreativ arbeiten will, es mal gut ist, keine Ablenkung zu haben. Ich will mich ganz auf meine Ausbildung fokussieren. 

Der Griff zum Handy passiert ja heute total automatisch, wie geht’s Dir, wenn Du plötzlich nicht mehr so aktiv im Netz unterwegs bist?

Du hast recht, es ist ein totaler Automatismus. Wenn ich früher mal geschaut hätte, wie viel Zeit ich in den Apps verbringe, wären sicher ein paar Stunden zusammengekommen. Jetzt hole ich nicht mehr sofort das Handy heraus, um aus jedem schönen Moment eine Story zu machen. Ich fotografiere auch weniger, mein Bewusstsein, meine Perspektive hat sich verändert. 

Woher kommt das?

Ich war schon immer so. Manchmal komme ich vom Weg ab oder werde nach links oder rechts gepustet oder ich sehe Dinge, von denen ich denke, dass ich das machen sollte oder es so sein müsste. Ich lasse mich schon sehr wenig lenken. Dieses Bewusstsein für mich, meine Intuition und das Echte, das habe ich wohl von meiner Mutter mitbekommen. Ich wurde so erzogen und versuche daher selbst, Leute nicht in Schubladen zu stecken.

Was tust du, wenn du merkst, du kommst nicht weiter und steckst fest?

Dann flippe ich aus oder ich will mich einfach nur verstecken. Aber um ehrlich zu sein, ich bin nicht sehr geduldig. Leider habe ich dagegen auch kein Rezept. Am besten sind ein langer Spaziergang, Bücher lesen oder mal wieder eine Serie gucken. Ich liebe es auch, den Kopf auszuschalten und faul zu sein. So wie jetzt beim Fotografieren!

Zwei Stunden vergingen wie im Flug und bei Espresso und Latte im Cafe Böhnchen beenden wir unser Shooting rund um den Alten Botanischen Garten in Marburg.

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